depressiv

Manie und Gegenpart

Mrz 2011

In einem Palast aus Illusionen
jemand ruhelos am Wohnen,
durchweg betreibt
alles Wünschbare auf seiner Seite.

Aus einer Grube voller Realität
jemand müde schweigt,
vor blankem Erkennen unbeseelt,
ausgehändigt großer Übermäßigkeit.

Regelmäßig sterbende Hoffnung

Nov 2010

Tag für Tag die Sonne untergeht.
Abschied von Menschen, die man täglich sieht.
Zwitschern die Vögel ihr trauriges Terili.
Wieder eine Schramme, die ich nicht verdient;
in meinem Schreibtisch, selbst unter diesem Schrieb.
Mein Hund die Augen unter seine Pfötchen schiebt.
Herrchens Trübsal er dergestalt entflieht.
Ach wie sehr mich niemand versteht.
Keiner mich sieht in meinem Elend.
Von dem ich doch aber jeden Tag rede.
Nicht einmal die tröstendste aller Trösterinnen
mehr findet, wie arm ich dran bin.
So langsam ich mich ändern will.
O was alles mich daran hindern wird.
Besser die Hoffnung erst morgen wieder stirbt.

Depressiv aus Einsamkeit

Jul 2008

Manchmal ist mein Leben nur Mechanik,
wenn seine Zahnräder mir aufleuchten,
dabei allesamt einzeln sich kaum drehen,
ausgerechnet zur Antriebslosigkeit surren.
Alles wirkt dann sinnlos nebeneinander,
ganz unverbunden; ein gewisses »Ran da«
in mir ein kurzzeitiges Rettungsmurren.

Woran aber sollte ich an das Nebeneinander?
frage ich mich, fern daran mir ein Wofür –
wie nahe die Pforte, das Leben zu verlassen?
Nein, dann erscheint mir immer eine Tür,
eine in dem Moment noch kleine blasse,
hinter der, wie ich mich erinnere, des Lebens
Zahnräder unsichtbar ineinander greifen.

Ich gestehe: Was weiß ich in dem Moment
die Tür, etwa so wie früher? zu erreichen.
Hat alles keinen Sinn – mit jenem Worte
bin ich dennoch auf einmal hindurchgegangen,
wo ich, o Mann, immer noch allzu befangen,
klingle bei einem alten Bekannten »rrr, rrr«;
auch er mich nie ganz verstanden, ein wenig nur.

Widersprüchlich blubbert …

Sep 2007

eine Suppe,
auf Empfehlung abgekühlt,
um nicht zu sagen:
gefälligst warm.

»Schmeckt nicht die Suppe«,
blubbert dem riesigen Bottich heraus
aus vielen Mündern.

Es ist eine dauernde Versteckspielgruppe,
ist doch aber irgendwo gesünder
trotzdem darin zu baden.

Furchtbar unangenehm

Jul 2007

Eklig schmal dehnt sich meine Bahn,
widerlich eng ins Unerträgliche.

An ihren Seiten gibt es nichts mehr
zu erfahren – denn ich weiche
allem Unangenehmen aus.

Abscheulich schmal dehnt sie sich!
presst hinaus mich!
ins Leben irgendwohin.

Es war so furchtbar unangenehm.





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