Gesetzt den Fall, man badet darin eigenes Ich:
So hat man erstens den Gewinn,
Daß man sieht, wo man überall mit drin;
Zum zweiten schenken sich die Leut
Unter Lebensbezug wahre Aufmerksamkeit;
Auch tappt man drittens geschickter ins Gewissen
Nun verständlicheren Kritikergüssen;
Und viertens pocht man außerdem
Auf Kompromiss bei einem gar abstrakten Problem.
So kommt es denn immerfort heraus,
Daß man leicht tragendes Säulchen in großem Haus.
Frei nach diesem Gedicht von Wilhelm Busch:
Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich:
So hab ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;
Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;
Und viertens hoff ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses Haus.
Wie wirke ich anziehend?
Auf jederfrau und jedermann –
Blicke, die ich hintertauche, besonders an mir dran.
Geh weg, meine Tagnacktheit!
Ich ziehe dich besser an!
Bleib bloß zweiäugig – Spiegelseit’!
Abwechslungsreicher Anzug überdeckt das Bloße immer neu.
Drunter im Dunkeln das Uch! zum Glück kein Badehosenüberstreu
von widerhakenden Augpfeil’ – die strahlebleichweiß aus Sonnenschein.
Mich am tollsten Angezogenen ansehend
niemand besser angezogen sein kann –
bis über beide Ohren in meinem Bann.
Wie sah ausgerechnet ich –
völlig verlassene Natur denn aus?!
Könnt’ ich, ich würd’ ins Leckernacktenhaus!
»Hör auf, mich um deine Stellen zu prellen«,
flüstert meine Susi –
will mich ganzen Käse, äh, mein ganzes Wesen schmusi.
Ob uns dabei jemand zusieht?
Mit den Sorgen möchte ich schließen,
möchten genießen.
Eigentlich müsste alle Gesellschaft ihn satthaben.
Doch hat der In-Fettnäpfchen-Tapper Gaben,
die man erst im Nachhinein ignoriert,
Ehrlichkeit einem nicht nur signalisiert,
sondern potz Blitz ein Lebenslüglein versimuliert.
Ohne dass dieser Nichtsmerker
sich’s so schwer macht, jenen Umstand zu wollen.
Dem In-Fettnäpfchen-Tapper geht es auf die Vollen,
unabsichtlich muss er einen verletzenden Queue schwingen,
der, jedes Mal überraschender Dinge,
bisweilen auf ihn zurück, derb hernieder winken
kann – aus eines verständnislosen Menschen unbeherrschter Hand.
Oder der In-Fettnäpfchen-Tapper war wirklich einfach dumm.
Aber die Schrecksekunde oft nach einer kurzen Weile um,
er geübt erlangend selbstverständliche Verzeihung,
zunehmend sympathisch erscheinend, da gezwungen zum Mut.
So sich an seinem Gegenüber gewohnt wendet’s,
entlohnt am Ende, dann ganz ohne »Tz!«, eine Eigenart –
lebendigen Lebewesen alles andere als erspart.
Auf eine Weise, die Anfang ab und an.
Ick uff de Humboldte studieat,
ne antike Revolte jerade nachexaziert,
wie ick an een Münschna Matheprof geriert,
der wie orijinal »Tach!« sachte,
und ooch noch frachte:
»Ey wat machste?«
»Na ey nüscht wa«, ick n Rückzieha rausbrachte.
»Ia Berlina quatscht voll unjebildet
in dit janze Unibuilding«,
affte jetz ooch Englischdozente mia nach.
Aus früha Britüsch Empeire dit Schaf.
Ick hab jemacht, dat ick wegkomm.
Studia jetze inna andern Ecke, Bonn.
Meene is mia zu ne libarale Stadt jeworden.
Existenz
Sein
benenn’s
nein
umkränz
dein
Immens-
lein
grenz
ein
bewende’s
fein
Gänze
kein
Hände-
rein
stände
Stein